TEMPO 1951

Die Dresdener Hochschule für Bildende Künste wirbt mit dem Faltblatt “Das Beste für den Werktätigen” um Gestaltung für den Massenbedarf
Margarete Jahny entwirft als Studienarbeit an der Dresdener Hochschule für Werkkunst eine Sintolan-Kannenserie für Kindergärten
Mart Stam und Marianne Brandt gehen nach Berlin-Weißensee. Stam wird Direktor der Hochschule für angewandte Kunst. Das Institut für industrielle Gestaltung IFIG konstituiert sich, es soll im Sinne einer zentralen Produktgestaltung soziale Bedürfnisse, Entwurf und industrielle Produktion zusammenführen. Ziel ist ein breites Netz aus Gutachterausschüssen, die Kitschproduktion verhindern und das praktische, überlegte, erprobte industrielle Produkt durchsetzen sollen. Das Nachdenken über die Funktion eines Gegenstandes wird wichtiger als die Debatte über seine Form
Erste Broschüre zu den Ausstellungen im Grassi-Museum Leipzig mit der Forderung nach edlem und schönem, schlichtem und phrasenlosem Hausrat
Das Rundfunkzentrum Nalepastraße in Berlin wird unter Leitung von Franz Ehrlich als Einheit von Architektur und Innenarchitektur umgebaut und 1955 fertiggestellt werden.
Herbert Thannhaeuser wird zum künstlerischen Leiter von Typoart berufen und beginnt mit der Entwicklung neuer Schriften wie der Liberta Antiqua, Garamond und Magna. Aufnahme der Matritzenproduktion für Zeilengießmaschinen mit der Schrift Primus, welche die meistgenutzte Zeitungsschrift werden wird
Albert Kapr wird an die Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig berufen und setzt sich für eine wieder engere Verbindung mit grafischen Betrieben und Verlagen ein. Wichtigster Partner zur Stärkung der Buchkultur aus Leipzig soll Horst Erich Wolter werden
Horst Michel gründet an der Hochschule für Architektur und Bauwesen Weimar das Institut für industrielle Formgebung (später Innengestaltung) und leitet es bis 1969
Unter dem Pseudonym N. Orlow veröffentlicht die "Tägliche Rundschau" den Artikel "Wege und Irrwege der modernen Kunst", in dem subjektivistische, modernistische und formalistische Tendenzen in der bildenden Kunst angeprangert werden. Alles Moderne wird damit als dekadent und volksfeindlich abgestempelt
John Heartfield sorgt für das Signet des Deutschen Theaters
5. Tagung des ZK der SED im März endet mit der Entschließung "Der Kampf gegen den Formalismus in Kunst und Literatur, für eine fortschrittliche deutsche Kultur". Sie hat entscheidende Auswirkung auf die Arbeit aller Kunst- und Kulturschaffenden in den folgenden Jahren (nachzulesen in der gleichnamigen Broschüre, Dietz Verlag 1951). Die Staatliche Kommission für Kunstangelegenheiten und Literatur, kurz Stakuko, wird schnell sehr bekannt
Die Bauakademie der DDR unter Leitung Kurt Liebknechts wird gegründet und befasst sich mit Fragen der "Neuen deutschen Architektur"
Der Wettbewerb für den Aufbau der Berliner Stalinallee beginnt; Umsetzung des Komplexes Weberwiese Berlin mit dem ersten Hochhausneubau nach Kriegsende. Neben Vorschlägen von Hanns Hopp und Richard Paulick wird der sich an klassizistischen Traditionen orientierende von Hermann Henselmann angenommen und nach 9 Monaten an die Mieter übergeben
 
 

Friede diesem Hause
Friede dieser Stadt
Daß sie den gut behause
Der sie erbauet hat. (bb)
In Chemnitz wird ein Forschungs- und Entwicklungswerk für Fahrzeugbau gegründet

1950 1952