TEMPO 1950

Beschluss zum Bau des EKO und der ersten Stadtneugründung in der DDR nach dem Krieg (Stalin- später Eisenhüttenstadt) Gegründet im 5. Nachkriegsjahr Bewohnt von den Erbauern Sorgt, dass die Städte dauern
Mart Stam wird zum Rektor der Hochschule für angewandte Kunst Berlin berufen
Als Studienarbeit an der Hochschule für Bildende Künste Dresden entsteht unter Betreuung durch Marianne Brandt der Entwurf für stapelbares Steingutgeschirr, das für Ferienheime und Selbstbedienung gedacht ist
Das Institut für Industrielle Gestaltung an der Berliner Hochschule wird vorbereitet, seine Aufgaben sind Entwurf, Redesign und Kontrolle der Produktion unter ästhetischen Gesichtspunkten
Ausstellung “Qualität” mit Wandbild- und Plakatgestaltung von Klaus Wittkugel
Der III. Parteitag der SED sieht sich im ideologischen Kampf gegen den Formalismus in Kunst und Architektur, der im Kosmopolitismus seine Wurzeln habe
Der Kampf um das nationale Kulturerbe wird zum Kampf um den Fortbestand der deutschen Nation erhoben
An der Kunsthochschule Berlin wird ein Mummenschanz zum Spektakel (Plakat: E. R. Vogenauer)
Die Überwindung der Funktion durch die Form wird politisch propagiert
Selman Selmanagic projektiert mit eigenen Entwürfen von Bänken, Lautprechern, Papierkörben und Leuchten das "Stadion der Weltjugend"
Friedrich Bundtzen, der 1949 die künstlerische Leitung im VVB Ostglas übernommen hatte, leitet die neu entstandene Werkstatt für Glasgestaltung im VEB Oberlausitzer Glaswerke Weißwasser, in der u.a. Ilse Decho und Horst Michel tätig sein werden
Der Lkw H3 A aus den Zwickauer Horch-Werken kommt auf die Straße und wird 1957 mit GUTE FORM geehrt werden
Die Freitaler Firma Karl Pouva KG stellt vor allem jungen Fotoamateuren die preiswerten Apparate POUVA START und POUVA MAGICA (bis in die 80er Jahre hergestellt) zur Verfügung, entworfen vom Firmeninhaber, dem Ingenieur Karl Pouva
Hans Brockhage entwirft unter Betreuung durch Mart Stam einen Schaukelwagen für Kinder
Die "16 Grundsätze des Städtebaus" werden verbindlich und lehnen alle internationalen Tendenzen sowie das Bauhaus ab.
Direktor der Werkstätten der Burg Giebichenstein wird bis 1964 Architekt, Grafiker und ehem. Bauhäusler Walter Funkat (Plakat W. Funkat 1948)
In Wismar wird durch Werner Laux die "Arbeitsschule für Güte und Form" gegründet, die durch 50 000 Aufbaustunden von Schülern und Dozenten ab 1953 unter Leitung von Reinhardt Schmidt in Heiligendamm als Fachschule für angewandte Kunst ansässig sein wird.

1949 1951