TEMPO 1963

Mit der Goldmedaille für hervorragende Formgebung wird Ilse Dechos Geschirrserie “Daphne” ausgezeichnet
modern JAZZ konzert - Entwurf Werner Grossmann
Ausstellung TEXTILIEN der Burg Giebichenstein Halle; Plakat Sigrid Deutloff, Studentin bei Walter Funkat
Clauss Dietel gestaltet den von Nikolaus Joachim Lehmann an der TU Dresden entwickelten weltweit ersten Personalcomputer
In Berlin öffnet ein Geschäft mit dem Namen “Moderne Kunst”, der für moderne Industrieformgebung wirbt
Mit dem Handstaubsauger 7000.8 von Wolfgang Dyroff kommt aus dem VEB Omega Elektrowärme Altenburg ein Staubsauger mit zeitgemäßer Zylinderform in die Haushalte und wird 2 Mio. mal produziert werden (Im Bildhintergrund sichtbar: erstmalige Verwendung von Schaumfolie an Möbelfronten)
Das MIKKI aus dem VEB Stern Radio Berlin kommt in mehreren Polystyrol-Farbvarianten in den Handel und wird unter dem Namen SIMONETTA auch von QUELLE in der BRD verkauft
Fritz Kühn wird beauftragt, Stadtmobiliar für die Straße Unter den Linden zu entwerfen; seine Bänke werden sich in den folgenden Jahren über viele Parks und Fußgängerbereiche der DDR verbreiten
Das Zentralinstitut für Formgestaltung wird gegründet, es ist der Nachfolger des Instituts für Angewandte Kunst (Signet: Axel Bertram)
Sonderschau "Formgestaltung-Qualität" des Rates für Industrieform beim Ministerium für Kultur auf der Leipziger Herbstmesse
Die HBM 250 - bekannt als Multimax - erblickt das Licht der Welt, gestaltet von Wolfgang Dyroff und mit vielen Anbau- bzw. Zusatzteilen ihrem Namen alle Ehre machend
Ilse Decho erarbeitet für den VEB Jenaer Glaswerk das Teeservice 5000, es bekommt 1964 genauso die Goldmedaille wie ihr Kaffeegeschirr Daphne aus dem Porzellanwerk “Graf von Henneberg” Ilmenau
Klaus Kunis übernimmt die Gestaltung von Gepäckaufbewahrungsautomaten, die in der Folge auf allen größeren Bahnhöfen der DR verwendet werden. 1964 als Gute Form ausgezeichnet
Werner Klemke übernimmt die Illustrationen zum Kinderbuch "Lütt Matten und die weiße Muschel" von Benno Pludra
Ebenfalls durch Werner Klemke meisterhaft illustriert werden "Die Kinder- und Hausmärchen der Brüder Grimm" mit der Auszeichnung "Schönstes Buch der DDR" geehrt
Erich Johns Modell für ein Mikroskop wird Ausgangspunkt für die spätere MIKROVAL-Serie
Der Star wird geboren - ein Moped aus dem VEB Fahrzeugwerk Suhl unter gestalterischer Mitarbeit von Clauss Dietel
Die erste der Drehmaschine unter gestalterischem Einfluß entsteht, die DAR F des Gestalters Li Ting I kommt aus dem VEB Berliner Werkzeugmaschinenfabrik
In der Schillingstraße Berlins soll eine Höhendominante den Stadtraum gliedern. Im Ergebnis des Wohnungsbau-Wettbewerbes entwirft Josef Kaiser dafür das 17 Stockwerke hohe Wohnhochhaus WHH 17 mit 240 Einraumwohnungen. Aufzugs- und Treppenhaus sind mit blau-weißen Lamellen sowie Mosaiken von Erika Lawrenz versehen. Dieser Gebäudetyp wird mehrfach in Berlin und ab 1964 in Dresden errichtet werden
Baubeginn für das erste Mittelganghaus (VEB Berlinprojekt; Arch.: Brandt, Deutschmann, Wallis; entwickelt von Josef Kaiser und Kollektiv) im Berliner Hans-Loch-Viertel. Treppenhaus und Aufzug werden vor das eigentliche Gebäude gesetzt und farbig gefliest, für den Schallschutz werden neue Lösungen gefunden, eingebaute Kleinstküche und Wandschrank sorgen trotz geringer Wohnfläche für akzeptablen Wohnraum
Axel Bertram entwirft das Signet des Zentralinstitutes für Formgestaltung und für die Zeitschrift "Sibylle", deren Gestaltung ab 1964 ebenfalls seine Aufgabe werden wird, die Schrift "Sans Serif Nr. 1", später "Sybilla"
Gert Wunderlich entwickelt die zeitgemäße und zeitlose, ausgewogene und gut lesbare Grotesk-Schrift "Maxima", die zur meistverbreiteten serifenlosen Type in der DDR werden wird
Als Chefarchitekt der Leipziger Messe fungiert bis 1966 Franz Ehrlich
Neubau des Bahnhofs Sangerhausen mit Wandmosaiken von Wilhelm Schmied
Ausstellung "Henry van de Velde in Weimar", kuratiert von Karl-Heinz Hüter
Das Neue Ökonomische System der Lenkung und Leitung der Volkswirtschaft NÖS wird auf den Weg gebracht
Die DDR-Luftfahrtgesellschaft heißt von nun an INTERFLUG (Signet Alfons Hopf)
Rotraud Pohl beginnt als Studentin der Hochschule für Bildende und Angewandte Kunst Berlin mit der Arbeit am Teppich für die Eingangshalle des Hauses des Lehrers in Berlin
Klaus Wittkugel erarbeitet das Schrift-Bild-Licht-Programm für den Stadtraum Karl-Marx-Allee/Alexanderplatz/Strausberger Platz in Berlin (r.: Lichtwerbung Mokka-Milch-Eisbar)
Fertigstellung der nördlichen Neubebauung Str. der Nationen Karl-Marx-Stadt als frühestem und gelungenem Versuch, Plattenbauweise und Gesellschaftsbau in Stadtzentren einzusetzen (1966 mit dem Rosenhof vollendet)
Das Tonbandgerät BG 26 tritt mit sachlich-moderner, eleganter Formensprache und farbigem Plastgehäuse auf; gestaltet wird es von Ekkehard Bartsch
Aus der Karl Pouva KG kommt ein kleines, leichtes und preiswertes Kleintonbandgerät, das POUVA BÄNDI und wird bis 1966 36000 mal verkauft werden
Im VEB Uhren- und Maschinenfabrik Ruhla UMF gehen die erste elektrische Armbanduhr RUHLA ELECTRIC und die Stiftankeruhr KALIBER 24 (bis 1980 in über 100 Mio. Exemplaren gefertigt) in Serie
Albert Kapr übernimmt die künstlerische Leitung bei Typoart
Erste Ausstellung "Schönste Bücher aus aller Welt" unter dem Patronat der UNESCO-Kommission der DDR, die als Bindeglied zwischen den alle sechs Jahre ausgerichteten iba-Ausstellungen eine jährliche Leistungsschau ermöglichen soll
Wettbewerb zur Entwicklung einer neuen Wohnungsbaureihe im Bezirk Erfurt, aus dem die Wohnungsbaureihe Erfurt, entwickelt von Joachim Stahr, Hochschule für Architektur und Bauwesen Weimar, hervorgeht. Ein Muster- und Experimentalbau folgt in den kommenden zwei Jahre in Weimar-Nord. Durch Verkürzung der Frontlänge und Vergrößerung der Haustiefe verringern sich Erschließungs- und Baukosten. Bis 1969 wird die Reihe ergänzt durch 16-Geschosser, die im Vergleich zu anderen in der DDR gebauten Hochhäusern besonders vorteilhaft sind. Anwendung u. a. in Erfurt (Rieth, Ggagarin-Ring), Weimar, Nordhausen, Sollstedt, Arnstadt; 1969 Auszeichnung mit dem Architekturpreis des Bezirks Erfurt
Im Buchhandel erscheint als erstes Buch zum Bauhaus überhaupt die sowjetische Schrift "Das schöpferische Erbe des Bauhauses 1913-1933" von L. Patzitnov
Die Buggestaltung für den neuen Wartburg duch K. C. Dietel soll durch runde Scheinwerfer und den Wegfall des Ziergitters kein modisches, sondern ein modernes Erscheinungsbild bewirken
Das von Horst Giese gestalterisch überarbeitete Rundfunkgerät Halle 5120 wird "Teil des Ganzen" in Werbeanzeigen von RFT. Wir betrachten die Wohnung "als geschmacklich-technische Einheit. Das Rundfunkgerät nimmt darin seinen festen Platz ein. Nichts mehr, aber auch nichts weniger. Und wir kaufen dort, wo man die gleiche Ansicht vertritt, in den Fachfilialen des VEB Industrievertrieb Rundfunk und Fernsehen"
Die Schriftstellerin Brigitte Reimann reflektiert im Briefwechsel mit Hermann Henselmann:
"...diese verruchten Requisiten des Lebensstandards machen mich allmählich nervös, sie werden aufdringlich, werden in Wahrheit zu Besitzenden, statt Besitz zu bleiben, und zwingen mich, unaufhörlich für ihre Erhaltung zu arbeiten."
C. Dietel und L. Rudolph formulieren Forderungen an unsere Produkte. Sie sollen sein ästhetisch und funktionell; bescheiden, aber überzeugend; präzis, doch überschaubar; sich einordnend, gleichwohl unabhängig
Die Zeitschrift "Kultur im Heim" sucht einen Hersteller für die stapel- und reihungsfähigen Stühle vom Typ EW 1459 und EW 1460 aus dem Entwurfsbüro Waldheim (gestalterische Leitung: Horst Heyder)

1962 1964