TEMPO 1955

Christa Bohnes Diplomarbeit, das Steingutservice “Christa”, wird im VEB Steingutwerk Torgau bis 1964 ca. 60000-fach produziert werden
Der Satz “Ein Besteck ohne Ornament ist Formalismus” bringt die Formalismusdiskussion zum Ausdruck: Praktische Gegenstände seien nicht in ihrem Gebrauch sondern als Objekt der Anschauung zu begreifen
Die Deutsche Bauakademie bezeichnet in der Schrift "Anbaumöbel. Kritische Betrachtung" Additionsmöbel als Verfall der künstlerischen Anschauungen
Selman Selmanagic projektiert den Neubau der Kunsthochschule Berlin-Weißensee als Gesamtkonzept von Architektur und Kunst; Eingangsreliefs von Jürgen von Woyski; Fassadenfries Toni Mau; Leuchten Rudi Högner, Martin Kelm und später Erich John; Wandbilder Arno Mohr, Kurt Robbel und Bert Heller; Mensasessel S. Selmanagic
Das Sammelwerk “Form und Dekor” erscheint
Die Gründung des "Instituts für Buchgestaltung" an der Hochschule für Grafik und Buchkunst HGB Leipzig spiegelt die neben Malerei wieder stärkere Position von angewandter Grafik und Buchkunst
Der Rundfunkempfänger "Undine" wird durch Erich John unter Betreuung von Rudi Högner als Studienarbeit an der Hochschule für bildende und angewandte Kunst Berlin überarbeitet
Herbert Tannhaeuser, erster künstlerischer Leiter  des VEB Typoart, entwickelt neben anderen Schriften 1955 eine Variante der Garamond, die zur meistgenutzten Buchschrift für Belletristik werden wird
Willi Sitte begründet an der Burg Giebichenstein die Fachklasse für Bildteppichgestaltung. Rosemarie und Werner Rataiczyk werden in der Folge eine eigene Webwerkstatt einrichten und mit ihren Arbeiten in vielen öffentlichen Gebäuden präsent sein
Architekten der Bauakademie entwickeln den Prototyp einer Ein- und Anbauküche für den industriellen Wohnungsbau (KIH 4/84)
Mit dem TR 011 kommt der erste Bebo Sher aus dem VEB Bergmann-Borsig
Werner Klemkes Titelgestaltung der Zeitschrift "Das Magazin" wird (mit dem berühmten Kater) bis 1990 in seiner Hand liegen; daneben weitere viele Buch-, Plakat- und Briefmarkengestaltungen
Aus dem Automobilwerk Zwickau kommt die erste Pkw-Eigenentwicklung, der P 70, mit erstmaliger Verwendung von Kunststoffteilen für die Karosserie. Gestaltung: Albet Locke, FEW Karl-Marx-Stadt und Walter Ende, VEB Sachsenring. Serie 1955-59
Als erste Nachkriegsentwicklung aus den Eisenacher Automobilwerken wird der "Wartburg 311", zu dem sich ab 1957 der "Wartburg 313 Sport" gesellen wird, vom Werksingenieur Hans Fleischer entworfen
Erste sehr erwartete Ausstellung "Gebrauchsgrafik" in Weimar
Im ZIS Halle veranlasst Werner Gilde, dass alle Geräte der Schweißtechnik einen lindgrünen Anstrich erhalten, was das übliche grau ablöst. Er sucht später die Zusammenarbeit mit Gestaltern der Burg Giebichenstein, die dann ab 1964 Mehrfarbigkeit vorschlagen
Einführung des Markennamens WITTOL mit orange-blau-weißer Werbekonstante, die eingeführte Produktlinien der beiden Vorgängerbetriebe vereinheitlicht (Grafik: Margarete und Walter Schultze)

 1954 1956