TEMPO 1946

RFT wird eingetragenes Warenzeichen (Radio- und Fernmeldetechnik)
Eröffnungsveranstaltung der Staatlichen Hochschule für Baukunst und Bildende Künste Weimar im Saal der Weimarhalle unter dem Motto:" Das Gleiche lässt uns in Ruhe, aber der Widerspruch ist es, der uns produktiv macht". Als Gründungsvater kann Hermann Henselmann betrachtet werden. Ein neues Bauhaus bleibt Programm, dennoch konnte eine Demokratisierung der Hochschule unter Mithilfe des Lehrkörpers (F. A. Finger, W. Harting, P. Keler, L. Küttner, T. Miller, K. W. Schulze, C. Siegel, O. Herbig, H. Hoffmann-Lederer, W. Klemm, H. Michel, B. Quass) erreicht werden; als Devise gilt jetzt "Unser Baustil heißt neue Menschlichkeit". Erste Arbeiten u. a. Entwurf der Neubauernsiedlung Großfurra-Heidehaus, Wiederaufbauplanung Nordhausen und Nationaltheater Weimar
Der Rabaldo der Fa. Kober Suhl (später VEB Elektrogerätewerk Suhl) rasiert alte Bärte ab
Horst Michel gestaltet die Schreibmaschine Olympia M8 neu, sie wird als OPTIMA M10 produziert
Standgestaltung für die landeseigenen Textilbetriebe Sachsens u.a. durch Franz Ehrlich, Herbert Hirche, Selman Selmanagic
Der Architekt Franz Ehrlich wird Leiter des Referats für den Wiederaufbau Dresdens
Hanns Hopp, neuer Direktor an der Burg Giebichenstein, führt ein übergreifendes Grundlagenstudium ein. Er orientiert auf Entwurfsarbeit für allgemein erschwingliche Alltagsgegenstände. Erste Zusammenarbeit mit Walter Funkat
Wilhelm Nauhaus, ehemals Gehilfe bei Otto Dorfner in Weimar, wird an der Burg Giebichenstein Lehrer der Buchbinderklasse, die bis 1958 bestehen wird. Seine Arbeiten drücken Schönheit in schlichter Form aus und bewegen sich fern jeglicher Modeerscheinungen
Erste Ausstellungs- und Messegestaltungen der sowjetischen Besatzungszone durch ein Kollektiv ehemaliger Bauhausangehöriger (Wils Ebert, Franz Ehrlich, Herbert Hirche, Kurt Kranz, Selman Selmanagic)
Hedwig Bollhagens Mokkakannen werden auch noch 41 Jahre später im Staatlichen Kunsthandel der DDR verkauft werden
Im New Yorker Aurora-Verlag erscheint die deutsche Anthologie "Morgenröte", gewidtmet der deutschen Exil-Literatur, die als einzig wahre deutsche Literatur der vergangenen Jahre betrachtet werden kann, setzt man den Maßstab Heinrich Manns an, der im Vorwort schreibt: "Die Achtung des Menschlichen ist vorausgesetzt, sobald einer die Feder eintaucht. Woher käme ihm der Mut, aufzutreten, wenn es ihm nicht höchlichst ernst wäre um die ganze Art."
Ein Frischer Wind weht durch das Land
Ausstellung "Berlin plant" im Berliner Schloss, in der Arbeitsergebnisse des Planungskollektivs zur Neugestaltung Berlins (Mitarbeiter: Wils Ebert, Arbeitsstätten; Peter Friedrich, Verkehr; Ludmilla Herzenstein, Statistik; Hans Scharoun, Bau- und Wohnungswesen; Reinhold Lingner, Grünplanung; Luise Seitz, Wohnen; Selman Selmanagic, Kultur und Erholung; Herbert Weinberger, Versorgung) vorgestellt werden
Der Metallbildhauer Otto Sticht ruft die "Kunstschule des Nordens" (die spätere Kunsthochschule Berlin Weißensee) ins Leben

1945 1947